In Deutschland ist das Thema Altersvorsorge für Frauen von großer Bedeutung, da sie häufig in eine finanzielle Schieflage geraten. Die Sparkasse Ingolstadt Eichstätt hat sich auf die Fahnen geschrieben, Frauen auf ihrem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit zu unterstützen. Dies geschieht im Rahmen einer dreiwöchigen Kampagne mit dem Titel „Frauen und Altersarmut“, die bereits hohe Resonanz gefunden hat.
Die Tatsache, dass jede fünfte Frau über 65 Jahre in Deutschland armutsgefährdet ist, macht deutlich, wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit dem Thema Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Die Armutsgefährdungsquote bei Frauen ab 65 Jahren liegt mittlerweile bei 21,6 %, während sie bei Männern bei 17,1 % beträgt. Gründe dafür sind unter anderem niedrigere Löhne, Teilzeitarbeit und die häufige Übernahme unbezahlter Sorgearbeit, sei es in der Kinderbetreuung oder bei der Pflege von Angehörigen.
Wissen ist Macht
Adriana Richter, Finanzökonomin und Expertin für „Female Finance“, hat bei mehreren Infoabenden, die in der Hauptstelle der Sparkasse in Ingolstadt sowie in Eichstätt stattfanden, gezeigt, wie wichtig es ist, über Geld zu sprechen. Viele Frauen haben oft mit Unsicherheiten, Perfektionismus und der Angst vor Fehlern zu kämpfen, was sie am Handeln hindert. Dabei können schon kleine Beiträge zur Altersvorsorge einen großen Unterschied machen.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass 53 % der arbeitenden Frauen langfristig nicht allein von ihrem Einkommen leben können. Umso wichtiger ist es, sich über staatlich geförderte Modelle wie die betriebliche Altersvorsorge oder die Riester-Rente zu informieren. Private Rentenversicherungen oder Sparpläne bieten zusätzliche Möglichkeiten, die eigenen Finanzen zu sichern. Auch Arbeitgeber haben die Möglichkeit, sich an der Altersvorsorge zu beteiligen, zum Beispiel durch Zuschüsse oder vermögenswirksame Leistungen.
Gemeinsam stark
Die Sparkasse sieht die Veranstaltungen nicht nur als Informationsquelle, sondern auch als Schritt zur Gleichstellung der Geschlechter und zur finanziellen Unabhängigkeit von Frauen. Karl-Heinz Schlamp, Vorstand der Sparkasse, betont die Wichtigkeit der Altersvorsorge und ermutigt Frauen, aktiv zu werden. Kindererziehungs- und Pflegezeiten können zudem dazu beitragen, Rentenansprüche zu erhöhen – eine wichtige Information, die oft nicht bekannt ist.
Ein weiterer Aspekt, der nicht zu vernachlässigen ist, sind die psychischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Altersarmut. Frauen leisten 44,3 % mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer, und diese ungleiche Verteilung verstärkt die Problematik. Um Altersarmut zu vermeiden, sind Maßnahmen wie frühzeitige private Altersvorsorge, kontinuierliche Erwerbstätigkeit und die Unterstützung der Entgeltgleichheit unerlässlich.
Es ist wichtig, dass Frauen sich mit ihrer finanziellen Situation auseinandersetzen und sich nicht scheuen, auch Sozialleistungen wie die Grundsicherung im Alter in Anspruch zu nehmen, wenn es nötig ist. Der Regelsatz für Alleinstehende beträgt beispielsweise 563 Euro pro Monat (2024), wobei auch die tatsächlichen Mietkosten im ersten Jahr des Leistungsbezugs übernommen werden.
Insgesamt zeigen die Veranstaltungen der Sparkasse und die bereitgestellten Informationen, wie wichtig es ist, über Geld zu sprechen und sich aktiv mit der eigenen Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Frauen sollten ermutigt werden, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und die Herausforderungen der Altersvorsorge proaktiv anzugehen.