Heute ist der 20.04.2026 und ein spannendes neues Kapitel in der Welt der Altersvorsorge steht vor der Tür: Ab Januar 2027 wird das Altersvorsorgedepot als Nachfolger der Riester-Rente eingeführt. Es kommt mit großen Versprechungen: renditestark, kostengünstig und einfach zu handhaben. Die Riester-Rente, lange Zeit in der Schusslinie wegen ihrer komplizierten Förderlogik und der oft enttäuschenden Renditen, muss nun den Platz räumen für ein Modell, das den Anforderungen der heutigen Zeit besser gerecht wird.
Ein zentrales Problem der gesetzlichen Rente in Deutschland sind die sinkenden Einzahlerzahlen und die steigenden Rentnerzahlen. Die durchschnittliche Altersrente für 2024 wird für Männer bei 1809 Euro und für Frauen bei 1394 Euro liegen – nach 35 Versicherungsjahren. Das Altersvorsorgedepot, eine Form der privaten Altersvorsorge, soll hier Abhilfe schaffen. Bei einem Anbieter abgeschlossen, wird das Geld renditeorientiert angelegt, allerdings ohne garantierte Leistungen. Das bedeutet mehr Chancen auf hohe Renditen, aber auch ein gewisses Risiko.
Ein neues Konzept für die Altersvorsorge
Der Kern des neuen Modells ist die Abkehr von der verpflichtenden Beitragsgarantie. Dies bietet die Möglichkeit, 100% der eingezahlten Beträge auszuzahlen, wobei bei einer 80% Garantiestufe auch risikoreichere Anlagen möglich sind. Besonders Menschen mit niedrigem Einkommen profitieren von diesem Modell, da die staatliche Förderung jeden Euro bis zu einer bestimmten Grenze attraktiv macht. Die Grundzulage wird von derzeit 175 Euro auf bis zu 540 Euro erhöht, mit einer Förderung von 50 Cent pro Euro bei einem Eigenbeitrag von bis zu 360 Euro.
Zusätzlich gibt es eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind, die ebenfalls 100% gefördert wird, wenn ein entsprechender Eigenbeitrag geleistet wird. Selbstständige Erwerbstätige haben ebenfalls die Möglichkeit, ein Altersvorsorgedepot zu nutzen, was die Flexibilität in der Altersvorsorge steigert. Es bleibt jedoch der Bestandsschutz für alte Riester-Verträge erhalten, sodass Anpassungen oder Wechsel in das neue Modell möglich sind, jedoch auch mit Kosten verbunden sein können.
Die Reform der Altersversorgung
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Altersversorgung in Deutschland zu reformieren. Im Fokus stehen alle drei Säulen: gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge. Der Entwurf des Altersvorsorgereformgesetzes sieht eine Stärkung der freiwilligen privaten Altersvorsorge vor, insbesondere für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Diese Reform soll helfen, Altersarmut zu verringern und eine einfachere, attraktivere private Altersvorsorge zu ermöglichen.
Ein weiterer Baustein ist die Einführung der Frühstart-Rente für junge Menschen, die mit staatlichen Zuschüssen als Startkapital ausgestattet wird. Diese Reform wird die Riester-Rente ablösen und die Einführung eines Altersvorsorgedepots ohne Garantievorgaben zur Folge haben, wodurch höhere Renditechancen ermöglicht werden. Für diejenigen, die ein höheres Sicherheitsbedürfnis haben, bleiben Garantieprodukte weiterhin verfügbar.
Ab 2029 ist zudem eine Erhöhung der Grundzulage auf 35 Cent pro Euro vorgesehen, was die Attraktivität der Altersvorsorge weiter steigern könnte. Anbieter sind dazu verpflichtet, ein Standardprodukt anzubieten, das einfach und kostengünstig ist, und die Abschluss- sowie Vertriebskosten werden auf die Vertragslaufzeit verteilt. Flexiblere Auszahlungsphasen und neue langlaufende Auszahlungspläne ohne Restkapitalverrentung runden das Konzept ab.
Abschließend ist es ratsam, skeptisch zu bleiben, unabhängige Quellen zu nutzen und das Kleingedruckte zu lesen. Die Verbraucherzentralen und die Deutsche Rentenversicherung bieten unabhängige Beratung an, um die besten Entscheidungen für die eigene Altersvorsorge zu treffen. Es ist wichtig, alte Verträge nicht vorschnell aufzugeben, da auch diese oft noch Vorteile bieten können.