Die Rente ist ein heißes Thema, das nicht nur die Generation der aktuellen Rentner betrifft, sondern auch unsere Kinder und Enkelkinder. In Zeiten der demografischen Krise und den Herausforderungen der gesetzlichen Rentenversicherung wird zunehmend nach Lösungen gesucht, um eine sichere Altersvorsorge für die kommenden Generationen zu gewährleisten. Ein vielversprechender Ansatz kommt von der AfD im Deutschen Bundestag, die am 13. Oktober 2025 einen Antrag zur Einführung eines „Junior-Spardepots“ vorgestellt hat.
Das Hauptziel des Vorschlags ist die Schaffung einer kapitalgedeckten Altersvorsorge, die unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern funktioniert. Jedes neugeborene Kind mit deutscher Staatsangehörigkeit soll einen speziellen Altersvorsorge-Fondssparplan erhalten, der mit monatlichen Einzahlungen von 100 Euro bis zur Volljährigkeit des Kindes gefüllt wird. Dieses Konzept verspricht, einen erheblichen Kapitalstock durch die Zinseszinseffekte aufzubauen und den Schutz des Eigentums gemäß Artikel 14 des Grundgesetzes zu wahren. Im Gegensatz zu bestehenden Modellen wie der „Frühstart-Rente“ wird dieses Vorhaben als deutlich effektiver erachtet.
Was bringt die Frühstart-Rente?
Die „Frühstart-Rente“, die ab 2026 eingeführt wird, sieht vor, dass der Staat für jedes Kind ab dem sechsten Lebensjahr monatlich 10 Euro in ein Altersvorsorgedepot einzahlt. Ziel ist es, Kinder frühzeitig an den Kapitalmarkt heranzuführen und die private Altersvorsorge zu fördern. Die Voraussetzung dafür ist der Besuch einer Bildungseinrichtung in Deutschland. Die Erträge bis zum Renteneintritt sollen steuerfrei bleiben, was einen zusätzlichen Anreiz schafft.
Allerdings bleibt die Verwaltung des Depots sowie die Höhe der privaten Einzahlungen ab dem 18. Lebensjahr unklar. Die Kosten für den Staat belaufen sich schätzungsweise auf etwa 7 Millionen Euro monatlich für jeden Jahrgang, was rund 84 Millionen Euro pro Jahr ausmacht, wenn man die 700.000 jungen Menschen einbezieht. Christoph Stibbe von der Sparkasse Koblenz beobachtet ein Umdenken bei den Kunden, die zunehmend an langfristigen Anlagen interessiert sind. Er rechnet mit einer möglichen Rendite von 50.000 Euro nach 50 Jahren bei einer Einzahlung von 10 Euro monatlich oder sogar 1 Million Euro bei 100 Euro monatlich.
Privat vorsorgen – aber wie?
Timo Halbe von Finanztip hebt den Symbolwert der 10 Euro hervor und betont die Bedeutung der privaten Vorsorge. Er empfiehlt kostengünstige, breit gestreute Aktienfonds und warnt vor hohen Kosten bei der Depotführung. In diesem Kontext sind Online-Direktbanken und Neobroker als kostengünstige Alternativen zur traditionellen Bank zu nennen. Stibbe widerspricht Halbe, indem er darauf hinweist, dass die Sparkasse spezielle gebührenfreie Depots für Kinder anbietet. Einig sind sich beide Experten im Punkt, dass der Konkurrenzdruck die Kosten senken wird.
Die Diskussion um die Altersvorsorge für Kinder und Jugendliche ist also vielfältig und reicht von staatlichen Initiativen wie der „Frühstart-Rente“ über private Sparpläne bis hin zu den Vorschlägen der AfD für ein „Junior-Spardepot“. Trotz der unterschiedlichen Ansätze bleibt das Ziel dasselbe: eine sichere Rentenperspektive für die kommenden Generationen zu schaffen. Die Zeit wird zeigen, welche Modelle sich als die besten erweisen werden.