Heute ist der 19.04.2026 und es tut sich einiges im Bereich der Altersvorsorge. Der Finanzminister Lars Klingbeil hat große Pläne, die die Riester-Rente ablösen sollen. Geplant ist ein neues „Altersvorsorgedepot“, das am 1. Januar 2027 starten soll. Dieses innovative Modell wird ohne starre Garantievorgaben daherkommen und bietet dafür mehr Wahlfreiheit sowie einen Gebührendeckel. Der Gesetzentwurf wird am 17. Dezember 2025 im Kabinett vorgestellt und verspricht, ein kostengünstigeres, renditestärkeres und transparenteres Produkt zu schaffen.

Die Riester-Rente, die seit etwa 25 Jahren existiert, hat in letzter Zeit an Beliebtheit verloren. Die Zahl der Verträge ist seit 2018 rückläufig, und das hat seine Gründe. Hohe Gebühren und geringe Renditen stehen den Sparerinnen und Sparern oft im Weg. Das neue Altersvorsorgedepot wird den Anbietern vorschreiben, ein Standardprodukt mit gedeckelten Kosten von 1,5 % anzubieten. Zudem dürfen Abschlusskosten und Vertriebsgebühren auf die gesamte Vertragslaufzeit verteilt werden, was für mehr Transparenz sorgt.

Flexibilität und staatliche Förderung

Ein weiterer Vorteil des Altersvorsorgedepots ist die Möglichkeit, in ETFs bis zur Risikoklasse fünf zu investieren, ohne Garantien für die Endsumme. Darüber hinaus werden zwei Garantieprodukte angeboten, die entweder 80 % oder 100 % der eingezahlten Beiträge garantieren. Langfristige Auszahlungspläne, die ohne Restverrentung auskommen, sind ebenfalls Teil des neuen Modells. Auch die staatliche Förderung bleibt nicht auf der Strecke: Steuern auf eingezahltes Geld fallen erst bei der Rente an.

Ein besonders innovativer Aspekt ist die Einführung der Frühstart-Rente. Der Staat wird für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren 10 Euro pro Monat in ein individuelles Altersvorsorgedepot sparen. Dieses Frühstart-Depot wird mit der Volljährigkeit in ein reguläres Altersvorsorge-Depot überführt. Für Jahrgänge 2019 und älter wird voraussichtlich keine Förderung gewährt, während die Auszahlungen für den Jahrgang 2020 rückwirkend zum 1. Januar 2026 beginnen.

Alternativen zur Riester-Rente

Doch was ist mit den anderen Altersvorsorge-Modellen? Lebensversicherungen, wie die Kapitallebensversicherung, bieten eine Kombination aus Todesfallabsicherung und Sparvertrag. Am Ende der Laufzeit wird eine garantierte Summe sowie mögliche Überschüsse ausgezahlt. Allerdings müssen die Verbraucher darauf achten, dass Kapital aus der Kapitallebensversicherung oft neu angelegt werden muss, um regelmäßige Altersleistungen zu gewährleisten.

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Die private Rentenversicherung ist ein weiteres wichtiges Instrument in der Altersvorsorge. Sie dient als Basis für geförderte Modelle wie die Riester-Rente und bietet in der Regel eine lebenslange Rente oder eine einmalige Kapitalauszahlung. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen klassischen und fondsgebundenen Varianten. Während klassische Produkte garantierte Mindestleistungen bieten, sind fondsgebundene Optionen risikobehafteter, da sie in Investmentfonds investieren und somit höhere Chancen auf Rendite, aber auch mehr Risiko mit sich bringen.

Insgesamt zeigen die Entwicklungen im Bereich der Altersvorsorge, dass Flexibilität, Transparenz und Kostenersparnis immer wichtiger werden. Die Verbraucherzentralen raten von klassischen Lebens- und Rentenversicherungen ab, insbesondere wegen der hohen Kosten und der mangelnden Flexibilität, die viele dieser Produkte mit sich bringen. Der Weg in eine neue Altersvorsorge-Zukunft könnte mit dem Altersvorsorgedepot also vielversprechend aussehen.