Am 29. August 2025 fand eine wichtige Veranstaltung statt, bei der EU-Finanz-Kommissarin Maria Luis Albuquerque von Andreas Lutz, einem Vertreter des VGSD, zur Einführung von Altersvorsorge-Depots in Deutschland befragt wurde. Etwa 20 Wirtschaftsvertreter, darunter Vertreter von Banken, Venture-Capital-Fonds und Unternehmen, diskutierten die Notwendigkeit von Reformen im europäischen Finanzsystem. Albuquerque betonte die Dringlichkeit, die Abhängigkeiten Europas abzubauen und einen einheitlichen Finanz-Binnenmarkt zu schaffen, um den Investitionsbedarf in Infrastruktur und Wirtschaft zu decken.
Die Kommissarin hob hervor, dass private Kapitalquellen eine entscheidende Rolle für die europäische Wirtschaft spielen müssen. Ein zentrales Anliegen war die Europäische Spar- und Investmentunion (SIU), die dazu beitragen soll, Investitionen in Europa zu erleichtern. Ungleichheiten und Probleme wie „Goldplating“ und unterschiedliche Rechtsauslegungen sowie Protektionismus stellen jedoch Hindernisse für den gemeinsamen Finanzmarkt dar.
Abwanderung junger Talente
Ein weiterer Punkt der Diskussion war die Besorgnis über die Abwanderung junger Menschen und Start-ups aus Europa, die häufig auf eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Albuquerque forderte eine Vereinfachung der Regeln und schnellere Entscheidungsprozesse in der EU. Lutz nutzte die Gelegenheit, um auf die Einführung von Altersvorsorge-Depots in Deutschland hinzuweisen, inspiriert von den US-amerikanischen 401k-Accounts, die als modellhaft betrachtet werden.
Altersvorsorge-Depots sollen vor allem Selbstständigen zugutekommen, die nicht rentenversicherungspflichtig sind. Diese Depots sollen kostengünstig sein und eine höhere Wertentwicklung bieten, indem auf Garantien verzichtet wird. Um diese Initiative erfolgreich umzusetzen, sind Steueranreize nötig, wie Albuquerque bestätigte, jedoch liegt deren Umsetzung im Ermessen der Mitgliedsstaaten.
Details zum Altersvorsorge-Depot
Die Diskussion über Altersvorsorge-Depots wird durch die Entwicklungen in Deutschland ergänzt, die ein überarbeitetes Zulagensystem für Altersvorsorgeprodukte vorsehen. Dieses System sieht staatliche Förderungen vor, die direkt in das Depot fließen. Zu den wichtigsten Elementen gehören:
- 20 Cent Grundzulage pro eingezahltem Euro, maximal 600 Euro pro Jahresbeitrag.
- Jährliche Einzahlungshöchstgrenzen von 3.000 Euro bis 2029, steigend auf 3.500 Euro ab 2030.
- Mindestbeiträge von 120 Euro pro Jahr.
- Zusätzliche Zulagen für Eltern von kindergeldberechtigten Kindern und für junge Menschen unter 25 Jahren sowie Geringverdiener.
Durch diese Anreize wird das Sparen für die Altersvorsorge attraktiver gemacht, was besonders für Selbstständige und junge Menschen von Bedeutung ist.
Lutz war von der Leidenschaft der Kommissarin für die Stärkung der Altersvorsorge beeindruckt und plant, die Vorschläge der EU-Kommission für Selbstständige eingehend zu bewerten. Er ermutigte Selbstständige, nicht auf staatliche Lösungen zu warten, sondern bereits jetzt in Wertpapiere zu investieren, um langfristige finanzielle Sicherheit zu gewährleisten.
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